Wasserversorgung zukunftssicher umgestalten:

Hochbehälter Rautal und Drackendorf feierlich eröffnet

Seit 2012 arbeiten die Stadtwerke Jena mit dem Zweckverband JenaWasser an der Umsetzung des Wasserversorgungskonzeptes 2040 für Jena und die Region. Gemeinsam wollen wir mit einer Reihe von gezielten Investitionen das historisch gewachsene, kleinteilige Trinkwassernetz der Stadt zukunftsfähig umgestalten. Ziel ist es, die zuverlässige und qualitativ hochwertige Versorgung mit Trinkwasser langfristig zu sichern, betrieblich zu optimieren und an die sich verändernden Wasserbedarfe in einer wachsenden Stadt anzupassen. Im Jahr 2022 standen zwei Maßnahmen im Fokus: Die Einweihung der Hochbehälter im Rautal und in Drackendorf. 

Der Hochbehälter Rautal ist mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Kubikmetern Jenas zweitgrößter Wasserspeicher. Er versorgt rund 46.500 Menschen im Zentrum, Norden und Osten von Jena sowie in umliegenden Gemeinden zuverlässig mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Burgau. JenaWasser investierte rund 6,3 Millionen Euro in den Neubau, der nach 24 Monaten Bauzeit im Juni 2022 feierlich eingeweiht wurde. In der Folge konnten die mehr als hundert Jahre alten Hochbehälter Landgrafen, Kunitz und Ostfriedhof außer Betrieb genommen werden. Der neue Hochbehälter liegt inmitten des Naturschutzgebietes Rautal. Dem wurde eine Begrünung der weitgehend unterirdischen Anlage Rechnung getragen, die eine hohe Biodiversität gewährleistet und sich in die umliegende Natur optimal einfügt.

Im Oktober 2022 folgte nach einjähriger Bauzeit und 2 Millionen investierten Euro die Wiederinbetriebnahme des Hochbehälters Drackendorf. Der Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Kubikmetern war nach 50 Betriebsjahren verschlissen und musste komplett saniert werden. Gemeinsam mit dem unweit vom Hochbehälter befindlichen Wasserwerk Drackendorf und dem dortigen Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern versorgt die Anlage Jenas bevölkerungsreichste Stadtteile Lobeda, Winzerla und Göschwitz sowie das Gelände des Uniklinikums.

Zahlen, Daten, Fakten

Hochbehälter Rautal

Unsere Highlights 2022

InSchuKa: Mit digitaler Kanalnetzsteuerung dem Klimawandel begegnen

Jenas Abwasserkanäle sind auf regelmäßige Niederschläge angewiesen, damit das hindurchlaufende Regen-Schmutzwasser-Gemisch schnell und gleichmäßig zur Kläranlage transportiert und gereinigt werden kann. Infolge des Klimawandels häufen sich allerdings Extremwetterlagen von anhaltender Trockenheit bis zu Starkregen. So reichen bei Starkregen die vorhandenen Kanalkapazitäten oft nicht aus, um die Wassermassen abzuleiten. Das führt zum Überlaufen der Kanäle und zur Verunreinigung von Flüssen durch Schmutzwasser. Hingegen müssten während langer Trockenphasen die Kanäle aufwändig gespült werden, um gegen Gestank und mögliche Kanalschäden anzukämpfen. Eine digitale Lösung für diese Probleme entwickeln und erproben die Stadtwerke Jena mit dem Zweckverband JenaWasser im Forschungsprojekt InSchuKa 4.0.

JenaWasser arbeitet in diesem vom Bundesforschungsministerium geförderten mit den Hochschulen Hof und Magdeburg-Stendal zusammen. Der Plan: Die Kanalnetzsteuerung soll digitalisiert werden. Dafür soll ein im Hauptsammler zwischen Lobeda und Zwätzen ein System flexibler Absperrklappen installiert werden, die fernsteuerbar sind. Mit ihrer Hilfe kann der Abfluss des Wassers je nach Wetterlage beschleunigt oder verzögert werden. Die optimale Einstellung der Klappen soll eine künstliche Intelligenz auf Basis von Kanalnetzsimulatoren, Echtzeit-Messwerten sowie Wetterprognosen errechnen und vollautomatisch umsetzen.

Dafür wurden im Sommer 2022 Drohnenaufnahmen des Abwasser-Hauptsammlers gemacht und ein digitaler Zwilling des Kanals und seiner Nebenanlagen erstellt. Er dient seitdem als Grundlage für Berechnungen und Simulationen. Grundlage dafür sind u.a. auch die Erkenntnisse aus dem Generalentwässerungsplan (GEP) für Jena aus 2018, der sich erstmals speziell mit dem Thema Extremwetterereignisse und Starkregenvorsorge im Stadtgebiet auseinandergesetzt hatte.

In einer Test- und Simulationsphase werden 2023 die Anzahl und Verteilung von flexiblen Absperrklappen ermittelt sowie die Auswahl und Einstellung von Messpunkten für die Werte „Kanaldurchfluss“ und Sedimentablagerungen“ durchgeführt. Ein erster Pilotbetrieb zur Überprüfung des Systems unter realen Bedingungen wird für 2024 geplant.

weiterlesen

Weitere interessante Zahlen gefällig?

Jetzt Tabellen laden

Wasser- und Abwassernetz

Wassernetz

2022

2021

Länge des Rohrnetzes (in km)

675

675

Hausanschlussleitungen (in km)

277

277

Hochbehälter (Anzahl)

34

38

Grundstücksanschlüsse (Anzahl)

21.183

21.017

Eingebaute Zähler (Anzahl)

21.200

21.083

Abwassernetz

2022

2021

Länge des Rohrnetzes ohne Hausanschlussleitungen (in km)

982

908

Hausanschlusskanäle (in km)

154

150

Kläranlagen (Anzahl)

33

25

Pumpwerke (Anzahl)

117

104

Herkunft des Trinkwassers

2022

2021

Quellzulauf (in Tm³)

290

267

Grundwasserförderung (in Tm³)

4.648

4.656

Wasserbezug (in Tm³)

1.713

2.022

Investitionen im Netzbereich


Abwassernetz (als Betriebsführer)

2022

16 Mio. €

2021

12 Mio. €

Wassernetz (als Betriebsführer)

2022

11 Mio. €

2021

12 Mio. €

Downloads für Sie

Statt Ihnen, wie sonst üblich, eine gedruckte Version unseres gesamten Geschäftsberichtes 2022 zu senden, sparen wir die Ressourcen für Druck und Versand und stellen Ihnen den Zahlenteil, im Sinne der Nachhaltigkeit, ausschließlich als PDF-Downloads zur Verfügung.

Lagebericht 2022

Alle relevanten Zahlen, Daten und Fakten auf einen Blick

Downloadcenter

Weitere Dokumente für 2022, von den wichtigsten Kennzahlen bis zu den Bilanzen